Hölle B.A.

(Heute nehmen wir uns mal eine Fernsehsendung vor. Es tut weh, sowas zu sehen, ich weiß, aber da müssen wir jetzt durch!)

Der Bachelor – Genderstudies rule!

Mittwochabend, Rückenschmerzen, Sofa, RTL läuft, ich greife nicht nach der Fernbedienung. Und nein, ich gucke den Bachelor tatsächlich nie. Nie! (Anders als das Dschungelcamp, aber das gucke ich tatsächlich als Sozialstudie und angeblich dürfen Akademiker das auch zugeben.)

Ich hab Rückenschmerzen, ich will mich nicht mehr bewegen, also sehe ich, was da passiert und mein erster Gedanke ist „Boah, ist das frauenverachtend“. (Mein zweiter Gedanke: „Wie können die alle so weiße Zähne haben? Alle!“)

Frauenverachtend; der Mann bekommt 22 Jung- äh Frauen zur Wahl und den Freifahrtschein dazu. Knutschen, fummeln, Sex wie er mag (je mehr, desto besser, da freut sich vermutlich der Sender) und dann verteilte er natürlich Rosen. Rosen. Rote Rosen, was ein Klischee! (Ich mag Gerbera. Aber die Nacht der Gerbera(s)? Nicht so sexy.)

Ich gucke mir den Schönling da an (nicht mein Typ), der die Frauen seiner Mutter vorstellt (wieso interessiert ihn die Meinung seiner Mutter? Und wieso müssen die immer so krass im Wind sitzen, das macht doch kein Mensch freiwillig!) und dann vergibt er die letzte Gerbera (nein, es ist wieder eine Rose). Da fällt mir etwas auf.

Diese Sendung ist tatsächlich total sexistisch: männerverachtend von vorne bis hinten! Was präsentiert er uns bitte für ein Männerbild? Der Bachelor ist quasi ein Fleischer; ein Misshandler der Frauen, ein Ausnutzer ihrer verzweifelten Versuche, ihn – nein, die Sendung, nächster Stop ist dann Dschungelcamp – zu gewinnen. Die Sendung stellt den Mann in ein total schräges Bild voller Wilderei und Unsensibilität. Ein dummer Rosenverteiler („Wolle Rose haben?“), der genau so wenig Interesse an einer entstehenden Beziehung hat wie sie. (Nächster Stop: Let’s Dance.)

Fazit: „Der Bachelor“ ist ebenso frauenverachtend wie männerverachtend und rückt beide in der inszenierten Partnersuche in ein verqueres Licht voll speichelleckender (wortwörtlich) Verzweiflung. Auf der Sexismusebene ist es somit ausgeglichen. Und auch wenn Genderstudies immer Spaß machen und es auch Dinge geben muss, die man unter diesen Aspekten so wundervoll betrachten kann wie diese Sendung, sie ist trotzdem scheiße.

Ein Gedanke zu “Hölle B.A.

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