Dreck auf vier Rädern

Menschen mit zu sauberen Autos sind mir suspekt. Dieses in Anschaffung und Unterhalt eigentlich viel zu kostspielige Ding hat genau eine einzige Aufgabe: dann, aber auch nur dann das Fahrrad zu ersetzen, wenn es wirklich überhaupt nicht anders geht. Man könnte demnach meinen, die noch etwas häufigere Funktion unserer Familienkutsche (außer wirklich vielen, vielen Fahrten, die wir schon damit gemacht haben) bestünde darin, vor dem Haus herumzustehen und dreckig zu sein.

Dreck. An Autos sammelt sich eine Menge Dreck. Vor allem durch Baustellen und die permanenten dreckigen LKW in unserer Straße. Aber selbst in den schlimmsten Zeiten ist das Äußere unseres Autos noch harmlos im Gegensatz zum Inneren. Vorne, den Dreck im Fußraum ausgenommen, ist noch akzeptabel. Aber nur vorne. Hinten ist kein Fußraum zu erkennen. Vergessenes Spielzeug, leere Wasserflasche, volle Wasserflasche, gesammelte Fundsachen wie Stöcke und Steine. Zwischen den Kindersitzen: Fußspuren aus Dreck von der einen Seite bis zur anderen („Du hast dreckige Schuhe, krabbel bitte! Oder geh unten. Unten!“). Der Kofferraum ist nicht besser. Zwar ohne Fußspuren, dafür neben dem, was eh schon drin ist, auch eingesetzt als Zwischenlager. („Nimm das Leergut mit ins Auto, mir egal. Hauptsache, es ist raus.“ – Jo).

Ja, es ist dreckig, aber ich muss sagen, ich bin froh darüber. Klingt verrückt? Ist aber so. Da gibt es Menschen, die putzen ihr Auto mit Hingabe. Mit so viel Hingabe, dass ich denke, diese Zuneigung könnte doch jemand anderes erfahren, Frau oder Mann oder Kind. Andere Familienkutschen, denen ich täglich (mit dem Fahrrad) begegne, strahlen. Sie glänzen! Sie sind farbig oder schwarz. Unser Auto ist zum Glück auch ohne Dreck grau. Nur halt auch glänzend und nicht matt-meliert.

Wir investierten wenig Zeit in die Sauberkeit des Autos (dafür werden die Behältnisse für Benzin, Öl und Scheibenreiniger gewissenhaft gefüllt, wenn auch nicht von mir). Gelegentlich sammele ich den groben Müll zusammen. Gelegentlich staubsaugt mein Mann es. Wir besitzen sogar Cockpitreiniger! Irgendwo.

Mein Mann kümmert sich um alle unsere Fahrräder. Und das sind viele. Alle sind fit und top und die meisten sogar sauber. Uns das nicht nur, weil der gröbste Dreck vom Fahrrad dankenswerterweise von selber abfällt.

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