Immer die Radfahrer

Mit dem Rad, Kamerad. MIT DEM RAD!!

Gestern war es mal wieder so weit. Direkter Angriff auf mein Leben. Unser Leben.

Ich fahre auf einer breiten Straße korrekt auf der rechten Seite mit meinem komplett verkehrstauglich ausgerüsteten Fahrrad, auf dessen Ahead-Kappe (das ist da, wo der Lenker am restlichen Fahrrad fest ist) „Familienkutsche“ eingraviert ist.

Ich will links abbiegen. Artig strecke ich meinen Arm aus, um den (spärlichen) rückwärtigen Verkehr darauf hinzuweisen, und beginne bereits, den Lenker zu drehen, was einarmig auf einem schweren Fahrrad mit Kind hinten und Korb vorne gar nicht so einfach ist. WUUUUSCH werden wir links von einer Frau in einem kleinen Auto mit dem Kennzeichen LIP-AS- (wüsste ich es weiter, würde ich es schreiben) überholt und ich kann ihr gerade noch ein „Vollidiot!“ hinterherbrüllen. Denn es war knapp. Echt knapp. Mal wieder.

So ist das Leben als Radfahrer. Die Autofahrer hassen uns, sie überholen uns, sie ignorieren uns, sie fahren uns um und sie fahren uns tot. Dass es auch anders geht, weiß ich, denn ich fahre ja selber Auto. Aber ich weiß auch, dass es Geduld braucht dafür. Vorgestern, 30er-Zone, vor mir ein alter Mann, berghoch. Ich bleibe hinter ihm, drängel nicht, mein Auto bemüht sich, so langsam zu fahren. Aber ich kenne die andere Seite und weiß, dass ich jetzt nur Geduld haben muss, es für ihn aber wirklich anstrengend ist.

Apropos anstrengend: Ich rede nicht von eBikes. Ich werde auch nicht darüber schreiben. Besser ist es 🙂 Ich rede von Fahrradfahren mit Schweiß und Muskeln und ohne Strom.

Ja, die Autofahrer tun so, als hätten sie das alleinige Recht auf die Straße, dabei sind wir es doch, die uns bemühen, die Welt zu verbessern. Und wie ging dieser Spruch noch mal? Die Autofahrer haben die Straße nur von den Radfahrern geliehen. Ignoriert uns nicht!

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