Wir habens nicht gebacken bekommen

Das Spiel Deutschland – Schweden habe ich mit meinem kleinen Kumpel gesehen. Es begann chancenvoll und somit auch recht interessant; in der 23. Minute war die wachhaltende Wirkung von Popcorn, Nachos, Nüssen und schwarzrotgoldene Schokolinsen jedoch vorbei. Wir bewunderten noch eine sehr, sehr blutende Nase, dann gings – für ihn – ins Bett.

Meine Vermutung war, dass unsere WM-Teilnahme dieses Mal nach einem kläglichen 1:1 in diesem Spiel enden würde; letztendlich war die Rettung in der letzten Minute dann aber doch keine wirklich Rettung sondern eher eine unnötige lebensverlängernde Maßnahme. (Und: hat sich Boateng tatsächlich die Haare grau gefärbt?)

Das entscheidende Spiel, Deutschland gegen Südkorea, findet wieder unpraktischerweise Nachmittags statt. Da ich zeitgleich sehr gut beschäftigt bin, sehe ich es quasi wie im Zeitraffer; 4. Minute, 11. Minute, 19. Minute, 27. Minute und so weiter. Aber alles ist noch offen.

Das entspannenste am ganzen Spiel ist übrigens der gemütliche Spaziergang in der Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit springt ebenso, allerdings steigen mit fortschreitender Spielzeit auch die Tore im Parallelspiel, die nun leider ausgerechnet die Schweden schießen und nicht die Mexikaner, bei denen es für uns egal wäre.

Plötzlich ist das Spiel fast um. Die Zeit zerrinnt schneller, als die Spieler etwas tun können. Dann Schlag auf Schlag: Tor Südkorea – doch Abseits? – kein Abseits – schnell, schnell, schnell – Neuer mit nach vorne – Tor leer – 2:0 Südkorea – ihr könnt nach Hause fahren.

Eigentlich hätte ich es morgens schon wissen müssen. Der zumindest optisch total misslungene Kuchen hatte es als schlechtes Omen schon angekündigt – das wird nichts mit Deutschland heute. Nächstes Mal backe ich nicht. Ein Gutes hat es aber dann doch, dass wir den Titel nicht verteidigt: Die Trikots mit den vier Sternen bleiben noch ne Weile aktuell.