Jurassic 1-4. Größer–schneller–böser ins Verderben

Jurassic Park ist ein Film meiner Kindheit. Die Effekte waren damals grandios und wie die Frau mit beiden Armen in einem riesigen Haufen Triceratopsscheiße wühlt – super. Dann kam Teil zwei, dann kam Teil drei, heute sehe ich Teil vier.

Ebenso wie den Besuchern im Film wird auch mir als Zuschauer jetzt mehr geboten als „nur normale“ Dinosaurier. Es ist ein selbstgebastelter Labordino, in dem Tyrannosaurus, Laubfrosch und Tintenfisch (und mehr verrate ich nicht) durcheinandergemixt wurden.

Alle Filme kommen zu den gleichen Ergebnissen (die nicht unbedingt neu sind). Der Mensch kann die Natur nicht beherrschen (vgl. Homo faber). Er erschafft ein Lebewesen, das sich seiner Kontrolle entzieht, genau genommen, weil er es nicht richtig behandelt (vgl. Frankenstein or The Modern Prometheus).

Die Lehre ist somit nicht neu. Film für Film wird das Thema aufgewärmt. Aber ob sie schlechter werden? Wir verfolgen in jedem Teil ein bis zwei Kinder auf ihrer Flucht vor den Tieren; es gibt (Achtung, jetzt wird es stereotyp), die Guten, die Bösen, den Dicken, der zuerst gefressen wird; es gibt die Frau und den Mann und irgendwann den Kuss, es gibt (Achtung, wer erinnert sich an die Aufsatzmaus?) Anfang, Höhepunkt und Ende (Rettung, jippie) und zusätzlich Massen an Bauernopfern auf beiden Seiten (Dinos und Menschen. Und nicht zu vergessen die Ziege.).

Was treibt die dargestellten Menschen an? Profitgier. Nichts anderes. Was lernen wir? Das gleiche wie bei Homo faber und Frankenstein. Der Mensch kann die Natur nicht beherrschen und er übernimmt auch nicht genug Verantwortung. Zwar schafft er es, die Wesen zu erschaffen, doch er kann die Käfige nicht stark genug, die Mauern nicht hoch genug bauen; seine Versuche, das Erschaffene zu beherrschen statt zu verstehen scheitern. Somit bleibt neben Verständnis die angestrebte totale Kontrolle aus.

Die Frage ist: Auf welcher Seite stehen wir? Mit wem haben wir Mitleid? Es gibt drei Seiten: Die Guten, die Bösen und das Erschaffene. Letzteres können wir nicht bedingungslos hassen. Es ist unschuldig. Aber es frisst uns. Das ergibt das Dilemma. Damit wir dessen enthoben sind, gibt es den Bösen quasi als Zwischeninstanz. Denn er bedingt, dass die Kreation, die an sich nicht schlecht ist, schlecht (dargestellt) wird.

Die vier Teile (ich kenne den fünften noch nicht) erfinden sich nicht neu, alle wärmen die gleiche Thematik und die gleiche Problematik wieder auf, wie das bei so vielen Fortsetzungen der Fall ist. An sich machen sie das aber gar nicht so schlecht, denn es bleibt trotzdem irgendwie sehenswert (was aber zumeist an den imposanten Tieren liegt).

Wie sich die Dinos am Ende von Teil 4 gegenseitig zerfleischen, ist aber irgendwie einfach nur noch traurig. Denn es wirkt plötzlich sehr sehr menschlich.

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