VIP (wers darf)

Es gibt vieles, was das Leben mit kleinen Kindern komplizierter macht, als es sowieso schon ist. Es gibt aber auch ein paar nette Erfindungen, die es einfacher machen. So zum Beispiel die Mutter- ÄHM Eltern-Kind-Parkplätze, die die meisten Supermärkte haben.

Sie sind gekennzeichnet mit merkwürdigen Piktogrammen, zum Beispiel mit Kinderwagen (die ja eigentlich keiner mit zum Einkaufen mitnimmt, der mit dem Auto kommt) und/oder Frauenfiguren, die Röcke tragen (ok, bei der Hitzewelle kann das ja sein, aber sonst?). So oder so – sie sind zu erkennen als Parkplätze für große Menschen mit kleine Menschen. Für Erstere bedeutet das, dass sie nicht nur sich, sondern auch 1-n kleine Menschen ausladen und in oder an Einkaufswagen verteilen müssen, zu einem Einkauf, der eventuell etwas anstrengender sein könnte als für große Menschen ohne kleine Menschen.

Nun gibt es aber Menschen, die der Meinung sind, sowas feines gelte auch für sie und sie könnten diese schön breiten, schön nah am Eingang des Marktes liegenden Plätze auch nutzen. So wie heute Morgen. So eine Schickimickitussi Anfang sechzig in ihrem feeeetten Cabrio. „Boah,“ meine ich zu mir, als ich sie sehe, wie sie aus der Parklücke links neben uns fährt.

„Was denn, Mama?“

„Ach,“ sage ich, „dass solche Frauen immer meinen, sie könnten da einfach parken, dabei haben sie kein Kind dabei.“ Ich gehe ums Auto. „Aber ich habe ein Kind dabei,“ sagt die Frau in der Parklücke rechts neben mir etwas schuldbewusst. Ich erkläre ihr, dass ich nicht sie meine, sondern die Frau mit dem Cabrio. „Ach die,“ meint sie, „die wäre eben noch fast in mich reingefahren.“

Ich möchte nicht mit ihr tauschen, mit der Frau im Cabrio, meine ich. Ich möchte keinen kleinen Menschen den Parkplatz wegnehmen, dann alleine durch einen Supermarkt stromern und dann nicht mal ein Dach über dem Kopf haben.