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Nummer 5 lebt (Short Circuit, 1986) ist ein Film meiner Kindheit (obwohl ich gar nicht so alt bin; der Film ist in meinem Geburtsjahr 1985 entstanden). Sicherlich ist es jetzt das erste Mal nach einem Jahrzehnt, dass ich diesen Film wieder sehe (wie sich so vieles aus der eigenen Kindheit wiederholt, sobald man selbst Kinder hat).

Natürlich sehe ich den Film heute anders als damals. Damals habe ich einfach diesen Roboter geliebt und mit ihm gelitten und gehofft. Die Fragen, die ich heute meinem Sohn beantworte, habe ich sicherlich damals auch gestellt; auch, wenn die Welt heute ja schon ganz anders technisiert ist als in meiner Kindheit.

Wer den Film kennt und meinen Artikel zu Jurassic Park gelesen hat, wird direkt Parallelen feststellen. Auch hier wird ein Wesen erschaffen, nicht aber richtig behandelt. Fünf Roboter gibt es, die zu Verteidigungszwecken eingesetzt werden sollen; einer von ihnen bekommt einen Stromschlag und lebt. Er flieht und will Input, Input, Input. Alles, was seine Erschaffer wollen, ist, ihn abschalten, später wollen sie ihn zerstören. Sie setzen sogar seine Roboterkollegen auf ihn an, die er jedoch besiegen kann – ohne sie zu zerstören, programmiert er sie um. Anstatt sich also mit seiner Weiterentwicklung auseinanderzusetzen, interpretieren die Bösen es als Fehlfunktion und wollen wieder die totale Herrschaft über ihn erreichen.

Stephanie, Inbegriff des Guten und umgeben von schützenswerten Wesen, gelingt es, Ben und Newton von Nummer 5s Lebendigkeit zu überzeugen und sie somit von der Ebene der Bösen auf die der Guten hinüberzuziehen. Doch nur durch einen Trick vom Roboter selbst wird es ihm möglich, sich den Bösen letztendlich zu entziehen (aaaah fast ein Spoiler!).

Der Film hält ein Plädoyer für Pazifismus und eins für die Akzeptanz des Lebens, egal, wie anders es auch sein mag. Diese beiden Punkte lassen sich zusammenfassen, so wie auch Nummer 5 (als Kriegswaffe erschaffen, von einem vernichtenden Stromschlag zum Leben erwacht, selbstständig das Töten ablehnend) betont, dass nichts und niemand auseinandergenommen werden soll: Das Leben ist das höchste Gut. Ja, eigentlich sollte es so sein. Schade, dass uns das erst eine Maschine mitteilen muss.

PS: Danke an den Künstler des Titelbildes für die gelungene Darstellung von Nummer 1, wie er von Nummer 5 deaktiviert wird.