Bitte kommen, großer Vogel!

Fröhliches Töten und Sterben mit WORMS II (1997)

Hach, wie war das damals schön. Zu zweit an einer klappernden Tastatur, die man niemals, niemals umdrehen und schütteln sollte, vor einem Koloss von Bildschirm und dann genussvoll herzige, kleine Würmchen töten.

Wir metzelten fröhlich mit Messer, Bomben, Pistolen, brabbelnden alten Frauen, heiligen Granaten, blökenden Schafen oder Napalm. So lange, bis jedes Würmchen seine gesamte Lebensenergie verloren hatte und sich in einen fröhlich wippenden Grabstein verwandelte.

Dabei ging es aber nicht wirklich darum, die gegnerischen Würmer so schnell wie möglich zu vernichten, sondern es ging um Kreativität und um den richtigen Einsatz der jeweiligen Waffe. So, wie einen am Rand der Insel (der Spielbereich war immer eine Insel) sitzenden Wurm mit einem Baseballschläger so auf das Meer hinaus zu schlagen, dass er noch aufhüpfen konnte, bevor er versank. Der Weg war sozusagen das Ziel.

Und es machte Spaß. Anders als bei einer Spielekonsole oder einem Laptop spielte man damals natürlich nicht gemütlich auf dem Sofa, denn man brauchte ja den sperrigen Computer mit seinem voluminösen Bildschirm und auch noch Boxen für den Ton. Also hockte man auf zwei zusammengeschobenen Stühlen am Schreibtisch.

Außer sich gegenseitig zu töten, konnten diese Würmchen nicht viel. Vorwärts und rückwärts hüpfen und mit Seilen noch etwas klettern, das wars dann auch schon. Achja, und mit einem Cheat, zur richtigen Zeit eingegeben, konnten sie bluten ( **REDBLOOD**).

Das waren noch Zeiten. Die Schafbombe blökte, die heilige Granate sang ihr „Haaaleluja“ und mit „Bitte kommen, großer Vogel!“ gab es den Spaß von oben. So schlecht war ich bei dem Spiel auch gar nicht, doch an einem bin ich stets gescheitert: der Steuerung des Super-Schafs. Das konnte ich einfach nicht. Es flog gegen die nächstbeste Wand und rumms. Aber zu meinem Glück gab es ganz viele andere Möglichkeiten, die kleinen Würmchen abzumetzeln.