warum?

Als Kind lernt man in der Grundschule die Grundlagen, die für das ganze Leben wichtig sind. So auch im Bereich der Rechtschreibung. Da lernt man zum Beispiel so einfache Regeln wie „Alle Wörter, die auf -heit, -keit und -ung enden, werden groß geschrieben“. Warum? Weil alle diese Wörter – Grundschuldeutsch – Namenwörter sind. Und im Gegensatz zu Tu-Wörtern und Wie-Wörtern schreibt man sie groß. Ebenso Satzanfänge. Aber das weiß man ja.

Ja, weiß man, sollte man denken. Aber wenn man sich das Titelbild dieses Artikels ansieht, dann weiß man das anscheinend nicht. Und dass mir hier bloß niemand mit stilistischen Mitteln oder was auch immer anfängt! Denn wenn das ein Stilmittel sein soll, dann braucht sich ja auch keiner mehr an Verkehrsregeln oder sonstige Gesetze zu halten. Dann machen wir alles einfach nur noch mit eigenem Stil. Stichwort: Anarchie.

Letztens war ein kurzer Gang durch die Einkaufsstraße ein nur etwa 50m langer Weg des Grauens. Angefangen mit den FUSSBALLBÜCHERN (ja, es gibt ein großes „ß“), vorbei an Robert’s Bratwurstbude („Deppenapostroph“) bis zum „Apfelstrudel zum mitnehmen“.

Warum? Warum?? Unwissenheit? Ignoranz? Faulheit? Rebellion? Warum sind die sprachlichen und grammatikalischen Regeln in unserer Gesellschaft eigentlich die, die am meisten mit den Füßen getreten und ignoriert werden und bei denen das – im Gegensatz zu allen anderen Gesetzen – einfach so akzeptiert wird? Warum nicht ein bisschen mehr MÜHE, ein bisschen mehr HINGABE, vielleicht ein bisschen mehr LIEBE?

Heute kam ich wieder am Schaufenster vorbei, das während der Fußball-WM noch Fussballbücher anbot. Jetzt steht dort „herzlich willkommen“.

Die Anarchie kann nicht mehr weit sein…