TUUT TUUT

Bis zum Dezember 2014, zum ersten Geburtstag meines ersten Sohnes, hielt ich nicht sonderlich viel von elektronischem Kinderspielzeug. Ebenso dachte ich, ich würde immer jeden Brei selber kochen (HAHAHAHAHAHA!). Mein erster Sohn hielt nichts vom selbstgekochten Brei, so dass ich zumindest mittags auf Gläschen zurückgriff, bis die Breizeit vorbei war. Kind 2 hingegen hielt nie irgendwas von irgendwelchem Brei. Also: doch selber kochen und dabei auch noch kreativ werden. So oder so – groß werden sie alle.

Zurück zum Thema. Zu seinem ersten Geburtstag bekam er von Bekannten einen Traktor mit Anhänger, von ihm damals wie heute noch „Anna“ genannt, was nichts weiter als den Anfang von „Anhänger“ bedeutet. Dieses Ding gehört zu einer enorm umfangreichen Serie von Fahrzeugen (und mittlerweile auch noch Tieren und anderen Figuren) eines Herstellers von elektronischem Spielzeug. Anna dudelt ein paar Liedchen und hat ein paar Sprüche, blinkt ein bisschen und – oh Wohltat – schweigt nach einer Weile der Nichtbeachtung konsequent bis zum nächsten Drücken oder Bewegen (was jedoch zu Irritationen führt, wenn es im Fußraum des großelterlichen Autos vergessen wird und plötzlich in den Kurven zu singen anfängt).

Außerdem gibt es für Anna und ihre Freunde noch verschiedene Gelände wie ein Parkhaus, eine Baustelle und viele mehr. Der Clou daran: unten drunter haben sie kleine Plastiknöppelchen, die sich eindrücken lassen. Werden sie über eine Bahn geschoben, auf der die passenden Erhebungen sind, dann reagieren sie quasi wie bei einem Strichcode und sagen plötzlich etwas ganz anderes, was zu der jeweiligen Situation passt. Wir hatten bis vor kurzem jedoch nur unseren kleinen Traktor.

Unsere vorherigen Erfahrungen mit elektronischem Babyspielzeug beruhten auf Rolli Raupe, der Hölle von einem Spielzeug. Die Kinderstimme singt SO grauenvoll neben der Melodie, dass es nicht zu ertragen ist. Und dann gibt es drei Knöpfe: A, B und C. Bitte? Was bringt es bitte, wenn das Kind A, B und C kennt? Wir haben versucht, Rolli zu vergessen – plötzlich war sie doch im Auto. Wir haben versucht, sie zu zerstören – nichts. Nun ist sie schon sehr lange auf unbestimmte Zeit verliehen und der Ausleiher hat das hoffentlich vergessen. Möge sie niemals wiederkehren.

Es gibt so viel Kinderspielzeug und vieles ist schöner als Elektronik. Bücher. Bälle. Kreisel. Autos. Puzzles. Stifte. Trotzdem sollte es nicht verwerflich sein, wenn dazwischen auch mal irgendwas blinkt und dudelt. So lange es nicht zu viel ist.

Zurück zu Anna. Kind 2 bekam eine eigene Anna, gleiches Fahrzeug, andere Farbe. Und dann noch ein Auto (siehe Bild). Und ja, zugegeben, ich musste dieses rosa Schwein kaufen, dessen Haarpuschel blinkt, wenn es Dinge sagt wie „Ich bin ein rosa Schwein!“  *grunzgrunz* Und dann bekamen wir eine Baustelle geliehen mit einem ganzen Schwung anderer Fahrzeuge. Zum Glück nur geliehen, denn so weiß ich, dass sie irgendwann wieder weg sind. Sie sind ganz witzig und ganz nett, aber das Wichtigste an den Dingern ist immer: sie haben einen Schalter zum Ausschalten!