Mein Monopol

Ich bin kein Freund von Brettspielen. Gar nicht. Wenn wir bei einem gemütlichen Beisammensein sind und jemand ein Spiel auspackt, bei dem dann auch die Spielunfreudigen anstandshalber mitmachen, bleibe ich stur. Nein, ich will nicht.

Aber es gibt Ausnahmen. Wissensspiele mag ich, sowas wie Trivial Pursuit, und dann liebe ich eins ganz besonders: Monopoly.

Ich mag an Monopoly die Strategie, die Länge und das Nicht-Festgelegtsein. Man kann alles selber entscheiden, vor allem, wie man den anderen in den Ruin treiben möchte. Ich weiß noch, dass mir einst ein besonders langer Spieleabend die Bezeichnung „Großkapitalistenschwein“ einbrachte, was ich mir noch eine Zeit stolz als Schild auf meinem Schreibtisch erhielt.

Da sich nur selten ein Mitspieler fand und Spieleabende bei uns aufgrund einstimmig geringer Begeisterung an selbigen sowieso nicht stattfanden, blieb das schöne alte Monopolyspiel, das noch aus den Studienzeiten meiner Mutter stammt, weggepackt. Erst, als unser Großer größer wurde, kamen wieder Spiele in unser Leben. Auf „Disneys Cars: Piston Cup“ folgte „Lotti Karotti“, als es einerseits im Angebot war und ich andererseits mehrfach völlig erschüttert gefragt wurde, warum ich denn das Spiel nicht kennen würde (das mein Sohn bereits kannte und mir erklären konnte). Ist ja auch ganz witzig. Kaninchen hüpfen und fallen durch Löcher. Ziel: Möhre!

Beim Blättern im Lidl-Prospekt entdeckten wir letztens Kinder-Monopoly.
„Mama, ich will das haben.“
„Du weißt doch gar nicht, was das ist.“
„Trotzdem.“
Ich verspreche, das  Monopoly meiner Mutter rauszusuchen. Sinn soll davon sein, es ihm zu erklären, ein paar Runden zu spielen, bis er merkt, dass das nichts für ihn ist und ich das Kinderspiel nicht kaufen brauche.

Am Abend danach fangen wir an. Und spielen, bis er ins Bett muss. Wir setzen das Spiel nach dem Kindergarten fort und wieder, als der Kleine schläft. Aber nicht, bis er ins Bett muss. Sondern bis ich pleite bin. Und das nicht zum ersten Mal. Viermal drehe ich meine Bahnhöfe um, um eine Hypothek aufzunehmen. Dann sind es die drei Häuser, die er auf der Berliner Straße hat, die mir den Rest geben. Dabei habe ich schon ein Haus auf der Parkstraße und der Schlossallee; und dort ein Hotel zu bauen, das ist mein persönliches Ziel des Spieles.

Verloren habe ich, damit komme ich klar, auch wenn es gegen einen Vierjährigen ist. Denn natürlich bin ich auch stolz. Dass er über zwei Stunden drangeblieben ist, total motiviert, und sich auch voll gefreut hat, als er endlich Häuser bauen konnte.  Auch wenn er mindestens sechsmal im Gefängnis saß. Und eines weiß ich jetzt sicher: die Kinderversion werde ich sicher nicht kaufen müssen.

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