180

Ich mag Darts. Wirklich. War man damit in Deutschland vor einigen Jahren noch ein ziemlicher Exot, wird es jetzt auch hier immer beliebter (was fast ein bisschen schade ist). Die Faszination dabei? Einmal, wenn die Kamera bildfüllend auf die Triple 20 zoomt, weil sie auf den dritten Treffer dort wartet (=180, höchster erreichbarer Wert mit drei Pfeilen) und überhaupt, dass die Spieler es schaffen, die Felder zu treffen, die sie treffen wollen. Und weil es interessanter wird, je mehr Spieler man kennt.

Die Darts-WM ist nicht nur für die Dartsspieler der Höhepunkt des Jahres, sondern auch bei uns zuhause ein Garant dafür, dass um Weihnachten und Silvester Darts geguckt wird. Mein Favorit dabei: Peter Wright. Wer sonst? Er ist ein witziges Gesamtpaket aus Frisur, passender Garderobe, Bühnentanz und knuffeligen Hamsterbäckchen. Und er spielt gut (meistens…). Aber das Beste an ihm: der Auftritt. Wer das noch nie gesehen hat: einfach mal seinen Namen und Walk-on suchen. Viel Spaß!

Ich mag Darts. Allerdings nur gucken, nicht selber spielen. Ich werfe sehr bescheiden, ehrlich gesagt übe ich es aber auch nicht, dabei haben wir das alles in der Küche parat. „Datn?“, fragte der kleinste Mann bei uns ständig. „Papa Datn?“ Denn er liebt es, sicher bei Papa auf dem Arm die Pfeile fliegen zu sehen. Wenn der Papa allerdings mal länger nicht da ist und es die laufenden 83cm nicht mehr zufriedenstellt, Klettbälle auf eine Klett-Dartsscheibe zu werfen, muss ich dran.

Ich werfe nicht gut, aber mit 11 kg Zusatzgewicht auf der linken Körperseite werfe ich noch schlechter. Und wenn ich dann die 180 treffe, dann nur, weil das 180-Schild aus dem Ally Pally neben der Dartscheibe hängt.