Ghost – Nachricht von Rumba

Über e-Bikes habe ich mich ja nun schon mehrfach ausgelassen (Hab ich? Hab ich!). Dass ich als Literaturwissenschaftler e-Books noch stärker ablehne, erklärt sich eigentlich von selbst; allerdings geht es mir dabei weniger um das Material. Wenn ich ein Buch lese, dann muss ich das mit einer Hand tun können – egal wie dick oder neu das Buch ist, Vorderteil oder Hinterteil werden mit Gewalt umgeklappt. Deswegen habe ich auch eine weitere Ablehnung gegen gebundene Bücher, die dafür einfach zu störrisch sind (obwohl ich das bei denen auch schon geschafft habe). Nein, was ich am Buch liebe, ist das Zerfledderte, das Gelesene, das Angestrichene und: das Praktische! Siehe Bild – wie will das ein e-Book leisten?

Aber eine neue Errungenschaft der Technik muss ihn nun doch anerkennend als grandiose Erfindung loben. Er heißt bei uns Rumba, ist schwarz, rundlich und hat seinen Schlafplatz unter einem Schrank. Dort liegt er friedlich und wortlos, bis er per Knopfdruck oder App aufgefordert wird, die Wohnung staubzusaugen.

Es ist herrlich! Ich sitze mit den Kindern ein Stockwerk höher, die gesamte Kiste an Spielzeugautos um uns rum und spiele, während Rumba unten fließig arbeitet. Gemütlich und klassisch dreht sich die Schallplatte mit John Denver, als die Nachricht kommt, Rumbas rechtes Rad sei blockiert.

Als ich in die Küche komme, steht er etwas schräg und wirkt hilflos, außerdem hat er sich automatisch abgeschaltet. Ich erlöse ihn von der Kindersocke, die er vergeblich versucht hat aufzusaugen, und lasse ihn weiterarbeiten. Zufrieden schnurrt er weiter und ich sehe ihm noch eine Weile zu, wie er seinen Weg sucht und eine Spur von Krümelfreiheit hinterlässt, dann gehe ich nach oben.

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