Dramagras, wir sehen uns wieder!

In den Bilderbüchern meiner Jungen geht es immer wieder um Dramen. Da werden Autos aus dem Graben geholt, Leute kommen ins Krankenhaus, werden mit dem Hubschrauber vom Berg gerettet und immer wieder brennen Häuser ab. Natürlich werden alle gerettet, aber dass es trotzdem eine scheiß Situation mit blöden Konsequenzen ist, bleibt hinter diesem heroischen Augenblick verborgen.

Aber es gibt eine ganz banale Sache, die mich immer wieder fasziniert. Weiterlesen »

Das kurze Schweigen

Wenn ich mit einem oder beiden meiner Kinder unterwegs bin, rede ich auch mit ihnen. Das habe ich schon bei dem Großen gemacht, als er noch als Säugling im Kinderwagen lag. Zu Hause in der Wiege habe ich ihm dann die These meiner Doktorarbeit erklärt, denn irgendwer musste sich das ja anhören. So ist es auch heute noch, wenn ich mit meinem Kleinen unterwegs bin – ich rede mit ihm. Sicherlich redet er deswegen auch schon recht gut, einfach, um auch mal zu Wort zu kommen. Bei meinem Großen wird mir manchmal gesagt, er würde genau so viel reden wie ich, aber ob das positiv gemeint ist, bleibt mir zweifelhaft.

Es gibt aber auch Momente, wo es mir mal die Sprache verschlägt. Weiterlesen »

Geburtstagskind

Ich wurde heute Morgen wach und war kaputt. Kaputt, weil der Tag zuvor ohne Pause von 6:20-20:10 ging, die Nacht zwei längere Unterbrechungen hatte und der heutige Tag wieder anstrengend wird. Es ist seltsamerweise wieder 6:20, aber immerhin schläft das milchgesättigte, durchgepinkelte Paket neben mir und der Große, der mich geweckt hat, lässt sich noch von Stillbeschäftigung in seinem Zimmer überzeugen.

Um 7 Uhr startet pünktlich das nachbarliche Aufwachkommando. Alle Kinder werden zeitgleich und sehr lautstark in die Familienkutsche geladen. Selbst mit geschlossenem Fenster gibt es kaum eine Chance, das zu verschlafen. Leider. Zum Vergleich: Die frühere Müllabfuhr weckt uns fast nie.

Ich muss an den Tag vor zwei Jahren denken. Weiterlesen »

Ghost – Nachricht von Rumba

Über e-Bikes habe ich mich ja nun schon mehrfach ausgelassen (Hab ich? Hab ich!). Dass ich als Literaturwissenschaftler e-Books noch stärker ablehne, erklärt sich eigentlich von selbst; allerdings geht es mir dabei weniger um das Material. Wenn ich ein Buch lese, dann muss ich das mit einer Hand tun können – egal wie dick oder neu das Buch ist, Vorderteil oder Hinterteil werden mit Gewalt umgeklappt. Deswegen habe ich auch eine weitere Ablehnung gegen gebundene Bücher, die dafür einfach zu störrisch sind (obwohl ich das bei denen auch schon geschafft habe). Nein, was ich am Buch liebe, ist das Zerfledderte, das Gelesene, das Angestrichene und: das Praktische! Siehe Bild – wie will das ein e-Book leisten?

Aber eine neue Errungenschaft der Technik muss ihn nun doch anerkennend als grandiose Erfindung loben. Weiterlesen »

Mosaikpopcorn

Wie manches, dem wir kaum Beachtung schenken
Uns dennoch für ein ganzes Leben prägt
Und seinen bunten Stein, als ein Andenken
Ins Mosaik unserer Seele trägt!

(Reinhard Mey Beim Blättern in den Bildern meiner Kindheit (1979))

In einem Mehrfamilienhaus bei uns in der Gegend wohnte einmal eine kleine Frau mit einem kleinen Kind und einem kleinen Hund. Diese Erinnerung habe ich und werde sie wie einen Stein in meinem Erinnerungsmosaik behalten, quasi als Andenken an eine Frau, die ich nie kannte, und die tot ist.

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